Streuobstwiese





Streuobst-
Insektenwiese
Streuobstwiesen sind mehrfach nutzbare, hochstämmige Baumbestände auf Dauergrünland; mit Obstbäumen bestandene Flächen, die nicht nur der Ernte von Früchten wie Äpfel oder Birnen, sondern gleichzeitig auch der Gewinnung von Heu oder als Weide dienen. Die Naturbelassene Wiese, wobei hier auf regelmäßiges Mähen bewusst verzichtet wird, eröffnet mit Büschen und Hecken vielen Bewohnern der Wiese einen Unterschlupf und neuen Lebensraum. Sie tragen zur Erhaltung alter, an das jeweilige Lokalklima angepasster Obstsorten bei und sind wesentliche Bestandteile der Biotopverbundsysteme.
Als Insektenwiese bieten sie Nahrung und Behausung für viele Tieraarten: Schon im Frühling während der Obstblüte werden zahlreiche Insekten angelockt: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die für die Bestäubung sorgen, Wespen, Schlupfwespen und holzbewohnende Käfer. Es muß nicht extra erwähnt werden, dass durch diesen Insektenreichtum viele andere Tiere wie Igel, insektenfressende Vögel und Fledermäuse angelockt werden.
In der Reifezeit des Obstes finden wir wieder viele Tierarten, die der Mensch zwar teilweise nicht so sehr schätzt, die aber wichtige Glieder im Kreislauf der Natur sind: Wespen, Hornissen, Würmer und Spinnentiere. Auch Schmetterlinge werden vom süßen Duft des Obstes angelockt. Herabgefallene, faulende Früchte sind Nahrungssubstrat und Lebensraum von Bienen, Wespen und Schlupfwespen, Ameisen und Fliegen. Wegen dieses Insektenreichtums während der Obstzeit wird die Streuobstwiese gerne von Vögeln und Igeln besucht. Für Fledermäuse ist dieser Biotoptyp ein wertvolles Jagdhabitat.
Laut verschiedenen Erhebungen sind auf einem Obstbaum bis zu 320 verschiedene Tierarten, außerdem viele Algen, Moose, Pilze und Flechten vorhanden. Die Einheit Baum-Wiese präsentiert einen äußerst wichtigen Lebensraum.
Die "Streuobstwiesennutzung" durch Tiere findet aber auch im Winter statt: Viele Vögel bessern ihr ohnehin karges Futterangebot durch den einen oder anderen am Baum verbliebenen Apfel oder Birne auf, oder graben die gefrorenen Früchte aus dem Schnee aus.
Es ist wichtig, dass solche Lebensräume als sogenannter Trittstein für die genannten Tierarten, deren Lebensraum durch die Umstrukturierung der Landwirtschaft, ohnehin knapp wird, erhalten bleiben.




