Großes Moor

Das Große Moor nördlich von Gifhorn gehört zum nordwestdeutschen Hochmoorbezirk, der sich auf den eiszeitlich geprägten Geestgebieten von den Niederlanden bis etwa zur östlichen Grenze Niedersachsens erstreckt. Die Moore bei Gifhorn bilden bereits die südöstlichen Vorposten im Übergang vom atlantischen zum kontinentalen Klima, das eine regenwassergespeiste Moorbildung nicht mehr zulässt. Das Große Moor entwickelte sich in einer breiten Landschaftssenke und seinen Nebenbecken. Die einzelnen Teilbereiche tragen dementsprechend auch eigene Namen, wie etwa "Stüder-Moor" oder "Weißes Moor". Insgesamt sind rund 5.800 ha zu rechnen; die Torfe erreichten stellenweise eine Mächtigkeit von fast 6 Metern. Torfmoos schafft die Bedingungen für die Hochmoorentstehung und das Hochmoorwachstum. Torfmoose besitzen die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Bis zum 25-fachen ihres Trockengewichtes können sie speichern. Dafür haben Torfmoose spezielle Speicherzellen und Hohlräume in den Blättchen und Ästchen. Sobald sich eine Torfmoosdecke gebildet hat, wächst die Pflanze auf sich selbst weiter. Während die Torfmoospflanze nach oben wächst, stirbt sie nach unten ab. Dadurch wächst der Moorkörper ständig höher. Aus den abgestorbenen Torfmoospflanzen entsteht der Hochmoortorf. Das Moor wächst so pro Jahr um 1 Millimeter. Die Entstehung einer Torfschicht von 6 Metern, wie sie im Großen Moor vorkommt, dauerte demnach 6000 Jahre.



Hier sieht man das typische Torfmoos, dann ein Gebiet in dem Torf abgebaut wurde und schließlich den Zustand nach der Wiedervernässung.

Tier- und Pflanzenarten im Großen Moor bei Gifhorn.
Es sind ca. 150 Tierarten und ca. 40 Pflanzenarten nachgewiesen, die in den Roten Listen der gefährdeten Arten Niedersachsens vertreten sind. Davon sind 11 Arten vom Aussterben bedroht.
Neben Rehen und Wildschweinen findet man hier charakteristische Tierarten aus der Vogelwelt wie Kranich, Ziegenmelker, Bekassine, Schwarzkehlchen, Raubwürger, Heidelerche und Krickente. Es gibt viele Libellenarten wie z.B. die Moosjungfer und unter den Reptilien und Amphibien findet man die Kreuzotter, Schlingnatter und seltene Moorfrösche.
Die typische Moorvegetation besteht aus Heidekräutern, Wollgräsern und Moosen. Pflanzen wie Bentgras (Molina), Preiselbeeren und Glockenheide sind hier zu finden.
Der Wuchs von Birken und Kiefern als Neuwaldbildung muß verhindert werden.
Seltenheiten wie das Hundsveilchen (viola canina) oder die Sumpfcalla (calla palustris) sind nur 2 Beispiele aus den ca. 60 Arten von Pflanzen, Gräsern und Kräutern, die auf der Ödlandfläche im Großen Moor nachgewiesen werden konnten.