Großes Moor bei Gifhorn

Das Große Moor nördlich von Gifhorn gehört zum nordwestdeutschen Hochmoorbezirk, der sich auf den eiszeitlich geprägten Geestgebieten von den Niederlanden bis etwa zur östlichen Grenze Niedersachsens erstreckt.

Die Moore bei Gifhorn bilden bereits die südöstlichen Vorposten im Übergang vom atlantischen zum kontinentalen Klima, das eine regenwassergespeiste Moorbildung nicht mehr zulässt. Das Große Moor entwickelte sich in einer breiten Landschaftssenke und seinen Nebenbecken.

Die einzelnen Teilbereiche tragen eigene Namen, wie etwa "Stüder Moor", "Weißes Moor" oder "Steertmoor". Ursprünglich betrug die die Gesamtfläche des Großen Moores rund 5.800 ha. Die Süd-Nord-Ausdehnung reichte von Westerbeck bis Schönewörde, im östlichen Bereich von Stüde / Weißes Moor bis in die Ise-Niederung im Westen.

In den tieferen Senken erreichte das Moor eine Mächtigkeit von bis zu 6 Metern. Bei einem durchschnittlichen Wachstum des Moorkörpers von einem Millimeter pro Jahr dauerte die Hochmoorbildung an diesen Stellen demnach etwa 6000 Jahre.

Foto: H. DettmerFoto: H. Dettmer

Tier- und Pflanzenarten im Großen Moor

Es sind ca. 150 Tierarten und ca. 40 Pflanzenarten nachgewiesen, die in den Roten Listen der gefährdeten Arten Niedersachsens vertreten sind. Davon sind 11 Arten vom Aussterben bedroht.

Neben Rehen, Damwild und Wildschweinen findet man hier charakteristische Tierarten aus der Vogelwelt wie Kranich, Ziegenmelker, Bekassine, Schwarzkehlchen, Raubwürger, Heidelerche und Krickente.

Es gibt viele Libellenarten wie z.B. die Azur- und Moosjungfer, unter den Reptilien und Amphibien findet man die Kreuzotter, Schlingnatter und eine stabile Population von sonst seltenen Moorfröschen.

Die Moorvegetation besteht aus Heidekräutern wie Besen- und Glockenheide, selten auch der Moosbeere und im nördlichen Bereich dem Gagelstrauch. Inzwischen sind dank des Nabu wieder Wollgräser und Torfmoose in und an den Pütten in vielen Gebieten des Großen Moores zu finden. Pflanzen wie Bentgras (Molina), Preiselbeeren, Birken und Kiefern bilden an den verlassenen Abbaustellen der Torfwerke den Bewuchs der trockenen Torfflächen.

Seltenheiten wie das Hundsveilchen (viola canina) oder die hier im Bestand erholte Sumpfcalla (calla palustris) sind nur 2 Beispiele aus den ca. 60 Arten von Pflanzen, Gräsern und Kräutern, die im Großen Moor nachgewiesen werden konnten.